Samstag, 16. April 2011

Nasenschleuder: Schnäppchenjagt um jeden f*cking Preis

Heute ist Samstag, kein richtiger Werktag aber auch noch kein komplettes Wochenende. Typisch Samstag ist, dass ein ganzer Pack an Prospekten ins Haus segelt. Aldi, Netto, Lidl, Markkauf, Möbelhäuser aller Art, E-Center und so weiter. Logischerweise preisen diese Blätter die Produkte in ihrem Geschäft zu den günstigsten Preisen an. Schnäppchen, Schlussverkauf, Sonderpreis, Reduzierte Ware, das sind die Stichworte, welche uns suggerieren sollen, dass wir, wenn wir jetzt nicht sofort kaufen würde, Geld verlieren.

Geld verlieren, wenn ich etwas nicht kaufe? Prospekte rechnen mir vor, was ich spare wenn ich das "Produkt Nr.1"  kaufe, obwohl ich es vielleicht garnicht brauche. Woher sollte das Prospekt wissen, welche Anschaffungnen meinem Haushalt gerade anstehen. Es soll tatsächlich Konsumenten geben, welche daraufhin einkaufen gehen. Sind die Menschen für ihren eigenen Bedarf blind geworden und Schnäppchenprospekte sind ihre einzeigst lesbare Blindenschrift?

Hatten wir nicht erst eine Lektion in "wir wollen immer nur das, was uns am Wenigsten kostet aber am meisten einbringt"? Stichwort: Weltfinanzkrise? Alles schonwieder vergessen, Schnee von gestern? Weggeschmolzen und in der Erde / Kanalisation verschwunden? Alle sind wieder froh, dass das Geld anscheinend wieder da ist. Wir sonnen uns im Schein des Mammon, welcher nach dem Finanzkrisenschnee von gestern den Frühling einläutet. Denkt keiner dran, dass nach dem Winter, vor dem Winter ist? Die nächste Krise wartet.

Warum hat es 2(!) Weltkriege gegeben und das knapp hintereinander? Hätte es der Mensch nicht schon aus dem Ersten lernen müssen, dass das ganze Unsinn ist? Brauchen wir eine zweite Krise um es zu checken? Und steht nach der zweite Krise dann auch der kalte Finanzkrieg an, welcher die Welt mal wieder nahe an den Untergang bringen wird?

In unseren heutigen Zeit haben die Worte: Sparen, Kosten-Nutzen-Effizienz, Wachstum ein gutes Image. Selbst in meiner Ausbildung zu einem Beruf im Gesundheitswesen, ein Beruf in welchem es eigentlich nicht ums Geld gehen sollte, mussten wir betriebswirtschaftliche Lehren wie Kosten-Nutzen-Rechnung lernen. Themen wie Effektivität und Effizienz spielen eine viel zu große Rolle wenn es um das gesundheitliche Wohl der Menschen steht. Uns wurde vermittelt, dass selbst im Sektor Gesundheit ohne Moos nicht los sei. Traurig für einen Staat welcher sich "freiheitlich-demokratischer und sozialer Rechtsstaat" nennt.

Die Leitgedanken der Gesellschaft sind Leistung, Wachstum und Gewinn. Kapitalismus wird zur Religion. Aber ist es wirklich erstrebenswert bis ins Unermesslich zu wachsen? Kann man immer nur gewinnen und dadurch wachsen? Pflanzen wachsen nur so viel, wie es an Platz und Ressourcen gibt. Manche Pflanze steht auf sandigem Boden und wird deshalb nicht so groß, eine andere auf sehr fruchtbarem Boden wird doppelt so groß. Und nun kommt der entscheidende Unterschied. Die kleine Pflanze ist zufrieden damit. Sie arbeitet effizient, also im Maß für ein Ergebnis unter Berücksichtigung der eingesetzten Mittel. Wenn der Mensch jedoch effizient sein will, muss die kleine Pflanze genau so groß sein, wie die, welche im fruchtbaren Boden steht. Was ist das? Wie heißt dieses Phänomen? Das ist der Neid und die Habgier. Die zwei schlimmsten Geschwüre, seit Anbeginn der Menschheit.

Wer Kinder hat, liest ihnen bestimmt Märchen vor. Denn sie sind unterhaltend und vermitteln Werte, welche man seinen Kindern gerne vermitteln möchte. Gern wird das Märchen "Die Sterntaler" für so einen Zweck hergenommen. In Kurzform: Ein armes Waisenkind, das außer einem Stück Brot nichts besitzt, geht in die Welt hinaus. Unterwegs verschenkt es sein Brot, dann seine Mütze, sein Leibchen, sein Röckchen und schließlich auch sein Hemdchen an andere Bedürftige. Da fallen die Sterne als Silbertaler vom Nachthimmel, und es hat ein neues, feines Leinenhemdchen an, in das es sie aufsammelt. Das Märchen soll vermitteln, dass man Selbstlos und Nächstenliebend handeln soll, auch wenn sich kein eigener Vorteil daraus ergibt.

Welcher Vater oder welche Mutter hält sich dran, wenn er/sie erbitternd um jeden müden Cent handelt.  Wenn er/sie mehrere Prospekte durchforstet um den günstigsten Preis für ein Produkt zu finden. Da sind 5 Cent entscheidend. Wo kriege ich nebenbei noch mehr Payback-Punkte als beim Konkurrenten und kann mir somit wieder neue Schnäppchen aus dem Payback-Katalog aussuchen? Haben die Eltern nicht auchmal die Geschichte zu hören bekommen? Sie erwarten doch, dass ihre Kinder etwas aus dem Märchen lernen. Hoffentlich mehr als sie.

Unser Wohlstand beruht auf der Armut der Anderen. Woher kommen den die Angebote, die billigen Waren, welche uns so Gut & Günstig erscheinen? Ist uns Qualität aus der Heimat noch etwas Wert? Bauernladen oder Aldi? Bäcker aus dem Ort oder Aufbackbrötchen? Ein bewussteres Kaufverhalten ändert in meinen Augen schon viel. Der Markt muss irgendwann reagieren, wenn er auf seinen Waren plötzlich sitzen bleibt. Nachfrage regelt das Angebot, hieß es mal, nicht andersherum! Wälzen wir noch jeden Samstag die Schnäppchenblätter durch auf der Suche nach "Sparmöglichkeiten"?

Geld wächst nicht, wenn man es in einem Topf vergräbt und regelmäßig gießt. Geld kann man nicht essen. Geld kann man nicht anziehen. In Geld kann man nicht wohnen. Warum horten wir es dann? Wozu legen wir Geld an? >> Wenn wir ein Haus als Altersvorsoge bauen und es kommt eine neue Krise. Dann haben wir unser Haus. Kein Geld, kein Essen, nichts zum Anziehen. Das Haus ist nichts Wert, weil alle anderen auch kein Geld haben. Kannst du dein Haus essen? Es liegt an uns allen, dass wir gegenlenken. Mit Schimpferein auf die Politik ist es nicht getan. Lieber sollte jeder mal Hinterfragen, für was er Geld ausgibt und was er davon hat. Ein bewussteres Leben in allen Facetten.

Ich gehe in Zukunft zum Metzger meines Vertrauuns, zum Bäcker meines Vertrauuns und zahle in Zukunft auch den Preis, was die Ware wert ist. Ich kaufe, wenn ich etwas brauche, nicht weil es billig ist und dann ein Staubfänger. Ich gebe mein Geld aus, denn dafür ist es geschaffen worden.

Zum Weiterdenken und tiefer in die Thematik Eindringen empfehle ich:

Einen sehr sehenswerten Auftritt von Volker Pispers, welcher zeigt, wie verrückt die neue Religion "Kapitalismus" ist:  http://www.youtube.com/embed/TltEZ0C9XJE

Lasst den Revoluzzer aus euch heraus! Lasst euch nicht vom Kapitalismus untertan machen!



servas & by niesreiz (original written by niesreiz)
Alle von mir geschriebenen Texte sind frei von copyright!   

Donnerstag, 14. April 2011

Os ethmoidale: Was will denn der mit seinem Blog?

"Was ist eigentlich ein Blog?"

Das fragte mich heute meine Freundin, als ich ihr stolz von meinem neuen Sprachrohr erzählt habe. Tatsächlich gibt es wohl mehrere, welche zwar das Wort "Blog" kennen, aber keine genaue Vorstellung von einem Blog und dem Werk dahinter haben. Grund genug, dies zu klären.

In dem ersten Eintrag in diesem Blog, genauso wie in den ersten Zeilen dieses Eintrages spitzten die ersten Hinweise auf das, was dieser Blog ist beziehungsweise, was er in meinen Augen ist. Dieser Blog soll einen Zugang zu meinen Gedanken, Werten, Ärgernissen und Wetlanschauung sein. Wenn ich das so stehen lasse klingt das sehr egoistisch. Es geht aber um mehr. Ich möchte den Menschen, welche es interessiert einen neuen Blickwinkel geben. Ich glaube, wenn man Situationen, Gegebenheiten und Gedanken aus verschiedenen Blickwinkeln ansieht, bekommt man einen besseren Überblick.

Ein Boot, welches einen Touristen in NewYork zur State of Liberty bringt, wir sicher nicht nur zum Ankerplatz der Insel fahren, sondern auch mindestens einmal eine Runde um diese Insel mit dem bedeutungsvollen Wahrzeichen drehen. Zumindest würde ich mir das von dem Bootsführer wünschen. So kann ich als Tourist die ganze Statue in Augenschein nehmen und bekomme einen besseren Eindruck von ihr.

So ist es in anderen Situationen des Lebens auch. Wenn ich mich einfach hinstelle und sage, dass ich keine Geburtstagsfeier möchte und würde es nicht fortführen warum, würde ich auf großes Unverständnis treffen. Mit diesem Blog finde ich nun die Möglichkeit meine Sicht und meinen Ärger zu diesem Thema für alle, welche es interessiert offen zu legen. Das ganze hat nebenbei auch noch die Möglichkeit, dass ich ununterbrochen meinen Standpunkt aufbreiten kann. Es kann trotzdem jeder am Ende etwas hinzufügen. Ich glaube, jeder kennt den Eifer im Gespräch, sofort etwas zu dem gerade Gesprochenen hinzuzufügen, obwohl der Gegenüber noch im Redefluss ist. Ich persönlich muss mich ebenfalls immerwieder aufs neue zusammenreisen.

Ich bin ein Fan der deutschen Sprachkultur, der vielen Dialekte und Wort- & Sprachspielerein. Ich bin kein hochgebildeter Poet der alle deutschen Dichtkunstwerke kennt. Ich habe es sogar gehasst, im Deutschunterricht Gedichte auswendig lernen zu müssen. Auch war ich nie ein guter Rechtschreiber, ich hoffe ich kann dies ein wenig kaschieren ;-) Diktate waren für mich nahezu immer eine garantiert schlechte Note. Ich glaube, die deutsche Sprache mit all ihren Facetten ist mehr als das, was man in der Schule gelehrt bekommt. Begeistert lausche ich PoetrySlams, bemerke Wortwitze, welchen anderen im Trott des Alltags untergehen und schreibe hier in einen Blog.

An alle Deutschlehrer da draußen: Bitte macht es nicht so wie meine Deutschlehrer. Macht euren Schülern die Freude an Deutsch nicht kapput. Schaut sie euch genau an und überlegt, ob der eine nicht besser Referiert und der andere nicht ein besserer Rechtschreiber ist. Verlangt aber bitte nicht vom Referat-Ass ein Diktat. Irgendwann kommt einer von euch in die Postition, den Lehrplan so zu beeinflussen, dass man es retten kann. Ich hatte Glück, dass ich trotz 10 Jahren nervigen Deutschunterricht doch wieder zurück zufinden.

Mit diesem Blog möchte ich neue Gedanken anregen, machmal auch provozieren. Mein Ziel ist es nicht, mein Ego mit vielen Blog-Aufrufen aufzubauen. Mein Wunsch ist es die Menschen zu erreichen und in den Kommentaren zu sehen, dass sie wieder einen anderen Blickwinkel haben als ich. Viele Aufrufe, sind schon schön und wenn diese Zahl konstant bleibt, gibt mir das auch eine positive Rückmeldung, aber dass soll kein Motivator für mich sein.

Ein Blog ist kein offengelegtes Tagebuch, auch ist es keine persönliche Tageszeitung. Ich mache hier keinen auf "Wer mit Wem" und "Hier und da sieht man Zeichen für eine Schwangerschaft". Mit dem Zitat: "In deutschen Kneipen muss es laut Gesetz immer ein günstigereres Getränk als ein Alkoholisches geben. Ich fordere dieses Gesetzt in modifizierter Form auch für Zeitungsverkaufstellen.... es sollte immer eine günstigere Zeitung geben, als die Bild!" möchte ich mich klar von solchen "medialen" Formaten distanzieren. Als ich 11 Jahre alt war, bildete ich mir ein, ich müsste ein Tagebuch führen. Drei Tage, und dann kam dem Datum nach 14 Tage später ein kurzer Entschuldigungseintrag mit der Beichte keine Lust mehr zu haben, das Buch weiter zu füllen.

Wenn man sich entscheidet der Riege der Blogger beizutreten wird man schnell merken, dass man seinen eigenen Alltag auch anders, bewusster erlebt. Man macht sich mehr Gedanken über Themen, welche so im SmallTalk im normalen Leben flöten gehen und bezieht Stellung. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man die Eindrücke, welche täglich auf einen einprasseln kritischer und bewusster angeht.

Letztendlich, wenn alle Gedanken zu einem Thema, wie zum Beispiel diesem hier, zu endegedacht sind, schreibt der Blogger darüber. Selbst unter dem Schreiben, kommen neue Ansichten und Eindrücke dazu. Genial. Man stillt damit sein Bedürfnis, die Welt mit seinen Publikationen ein bisschen mehr an zuschieben. Der Schneckengeschwindigkeit der Erde einen Schubs geben. Ein Blogger schreibt einen Gedanken nieder und schließt ihr somit für sich ab. Es kann ihn jederzeit wieder aufgreifen, aber er macht seinen Kopf für neues frei. Für ein neues Thema für seinen Blog. Dem Blogger liegen seine Leser am Herzen. Wie sonst sollte man die Uhrzeit dieses Eintrages erklären. Guter Content ist das Stichwort in der BloggerSzene. Bloß ist dieser meinem Eindrucknach rahr, beziehungsweise schwer zu finden.

Wenn man den Content von RTL, Sat1, Pro7 am Nachmittag oder den Content von RTL2 über den ganzen Tag ansieht, sollte man sofort wieder wegsehen. Es ist grauenhaft, was da dem Zuschauer angetan wird. Aber das Thema ist einem eigenen Blogeintrag würdig. Sofern dieser Eintrag lange nicht kommen mag, warum auch immer, befolgt einfach meinen Rat des Boykotts von stupiden Fernsehformaten bis hin zu DSDS, FernsehJungel, Heidis Models, IdiotenTalkShows und RealLifeSoaps der oben genannten Sender. Sender mit Anrufspielen werde ich bewusst nicht erwähnen. Diese verdienen einen noch stärkeren Boykott.

Blogger sind Revoluzzer: Blogger sind Querdenker: Blogger sind Meinungsbilder: Blogger sind Blickwinkelwechsler.

Genug vom ersten Os ethmoidale. Nun steigen wir wieder aus den Untiefen des Siebbeines und wenden uns wieder dem Alltag zu. Zeit das Gedankengut eines Bloggers in die Welt zu tragen. Wenn ich das Thema mal wieder aufgreife schreiten wir zur Rhinoskopie voran. Freue mich schon darauf.



servas & by niesreiz (original written by niesreiz)
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Dienstag, 12. April 2011

Nasenschleuder: Wie man gezwungen wird einen unglücklichen Gebutstag zu feiern.

In meinem Heranwachsen habe ich bisher viele Geburtstage gefeiert. Wenn ich mich recht entsinne, war bisher lediglich ein einziger Geburtstag ohne Feier. In Folge dessen hatte ich vor, keinen Geburtstag mehr ohne Feier stehen zu lassen.

Nun ist es bald wieder so weit. Am Montag verlasse ich schlussendlich den Bereich der Jugend und darf mich dann mit allem Drum und Dran erwachsen nennen. Ich bin der Meinung, dass dies schon ein Grund zu feiern ist.

Die Frage "was" im Thema Feiern ist somit von vornherrein geklärt. Bleiben nur noch die Fragen wie, wo, wann und vorallem mit wem? Da das vierte "W" von den drei ersten abhängt, bin ich die Frage nach "mit wem?" als erstes angegangen.

Ich nahm mir einen Zettel und einen Stift und fing an diverse Namen aus meinem Bekanntenkreis aufzuschreiben. Ich dachte mir, ich will gezielt nur Leute einladen, welche ich als Bereicherung in meinem Umfeld erfahren habe. Nach 10 Namen stoppte ich und dachte mir: "Moment mal, die 3 letzten hab ich doch nur aufgeschrieben, weil sie oft eine Rolle in meinem Umfeld spielen, aber sind sie eine Bereicherung? Würden sie kommen um mir eine Freude zu machen? Oder würden sie kommen, weil die Anderen auch kommen, weil es Essen und Trinken gibt, weil es unhöflich ist eine Einladung auszuschlagen, weil sie nichts besseres vor hätten?

Und da war er wieder, der innere Konflikt über "Freundschaft". Ich habe mich bisher auf keine, für mich gültige NonPlusUltra Definition für Freundschaft festlegen können. Ich hab das Gefühl, dass man Freundschaft nicht in eine Definition packen muss. Ich denke Freundschaft kann entstehen, reifen, tiefer werden und wenn es nicht anders geht auch mal zerreißen. Jeder merkt, wenn er in einer bestimmten Rolle, z.B. in der Rolle des Freundes von einem anderen nichtmehr erwünscht ist.

Vorallem in Zeiten von Web2.0 und Facebook ist der Begriff "Freund" sehr schwammig geworden. Mir fällt es sehr schwer, in Facebook manche "Freunde" als Freund zu führen. Warum? Weil mir mein gefühlt sagt, dass Freundschaft mehr ist, als eine Verlinkung in einer anderes selbstexhibitionistisches Profil. Viel dieser Profile leben davon selbstverherrlichende Bilder, "obercoole" Zitate und (da haben wir es wieder) die meisten "Freunde" in der Liste zu haben.

Ist unsere Generation (plus/minus älter & jünger) zu Instandfreundschaften verdammt? Entscheidet ein SocialNetwork, welches alles erleichtern sollte darüber, ob jemand. zu unserem Freundeskreis gehört? Wenn ich alle "Facebook-Freunde" zu meinem Geburtstag einladen würde, ich wäre echt unglücklich. Freunde entstehen nicht durch "Anstupsen", Profilmusterung und Anfragenbestätigung!

Das Kreiswehrersatzamt schickt auch jedem Heranwachsendem einen Brief in Form von Anstupsen, holt dich zur Musterung und wenn du für "Tauglich" befunden wurdest, musst du an die Waffe. Oder eben Zivildienst leisten. Was ist an unserem Sozialverhalten über Facebook anders? Wir haben eine Liste von Potentiellen Freunden, das Kreiswehrersatzamt hat eine Adressenliste aller jungen Erwachsenen (mehr oder weniger erwachsen). Der zuständige Arzt mustert, prüft einen auf Herz und Nieren, wir mustern das andere Profil auf Hobbies, Interessen und sogar wieder "Freunde".

Aber Moment mal, da ist ein Knick in meiner Metapher. Dem Musterungsarzt können wir nur schlecht was vormachen, wenn wir z.B. eine chronische Erkrankung haben, werden wir für untauglich befunden. --> Ende Gelände. Aber bei der FacebookMusterung, da haben wir die einmalige Chance alle Makel auszuradieren. Nichts, was nur geringste Schwäche zeigt darf auf ein Profil. Da führt so weit, dass unzählige fotogeshoppte Profilbilder verwendet werden. Eine Verzerrung der Realität.

Warum sollten wir am Wochenende noch gemeinsame Schritte vor der Haustür machen? Lasst uns Liveschaltungen über Skype in eine Disko machen, Cocktails lassen wir uns im Vorraus  von einem darauf spezialisierten Internetshop schicken und betrinken uns alleine. Und wenn wir so betrunken sind, dass wie nurnoch Schrott in den Chat posten oder Unsinn über VoiP reden, dann kommt die virtuelle Security und kickt uns vom PartyServer. Wir merken, dass wir zu viel getrunken haben und brechen über unser neues Netbook.

Ich hab die Idee, ich feiere meinen Geburtstag viel Skype oder noch besser, ich spendiere jedem World of Warcraft und wir feiern da irgendwo auf einem der Suchtserver! Das wird bestimmt ein riesen Spaß und unvergesslich obendrein!

Es klingt echt schräg, aber auf so was bewegen wir uns zu. Das bringt mich jedoch alles nicht in der Thematik weiter. Ich weigere mich, diesen Weg einzuschlagen. Jetzt denkst du dir vielleicht, warum ladet er dann nicht einfach nur die ein, welche er da haben will? Berechtigte Frage.

Stell dir mich vor (egal ob du ein Bild von mir vor deinem geistigen Auge hast oder nicht), stell dir vor da sitzt ein Engelchen und ein Teufelchen. Mein Ziel als bekennender, gläubiger Christ ist es das Teufelchen möglichst klein zu halten und das Engelchen zum ultimativ großen Engel zu machen. Das Teufelchen hat mir den Vorschlag auch schon gemacht. "Mach einen auf arrogant, scheiß auf die Anderen und mach einen exklusiv Club auf!"

Mein Christdasein (also des Engelchen) sagt mir: "niesreiz, liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Schließ keinen aus, lade gerade die ein, welche du nicht magst." Manchmal ist es echt nicht einfach Christ zu sein!

Sollte an einem Geburtstag nicht alles so sein, wie es dem Geburtstagskind gefällt sein? Nur Gäste, welche es wirklich so meine, wenn sie zu ihm kommen? Dem Geburtstagler eine Freude machen? Muss ich wen einladen, der mir mit seinem kommen keine Freude machen will?

Diese Person X würde es nie zugeben. Schließlich haben wir ja mal alle gelernt, höflich zu sein. Kann ich Person X zugestehen, sie nicht dabei haben zu wollen, weil sie ein elendiger Nörgler ist. Egal was Person X zu einer solchen einer unbereichernden Person macht, muss ich sie einladen? Dieser f***ing Gesellschaftsdruck: Sei immer höflich, lade immer die ganze Clique ein, X hatte dich auch zu ihrem Geburtstag eingeladen.

Wo simma na bidde?! "Ich lade dich fei nicht mehr zu meinen Geburtstag ein!" Dieser Satz kam das letztemal vor rund 15 Jahre über meine Lippen. Das ist ungefähr auf der gleichen Stufe wie: "Des sag ich fei meiner Mama!" Und aus diesem Alter sollte man meinen, sind wir alle raus. Ich seh es nicht ein, meinen Geburtstag auf dem Niveau eines Kindergartenkindes zu feiern. Es würde ja auch kein Topfschlagen, Eierlaufen oder Schlauer Fuchs geben. [Offtopic: Obwohl es auch mal wieder cool wäre, die Zeiten waren schon auch klasse!]

Nur was ziehe ich für eine Konsequenz aus der Geschichte? Feiere ich ein Fest mit Gästen, bei welchen mir einige auf den Zeiger gehen könnten, feiere ich ein Fest, welches auf den Stelzen der Arroganz steht? Zwei Möglichkeiten, keine Lösung. Ultima Ratio, die dritte Möglichkeit: Keine Feier!

Ehrlich gesagt, alles drei finde ich echt uncool. Aktuell bin ich jedoch auf dem Trip keine Feier zu veranstalten. Mir geht des Thema so sehr auf die Nerven, dass ich gern alle Schotten dicht machen würde und jetzt einen Schlussstrich ziehen möchte, KEINE FEIER. Aber noch habe ich die Hoffnung, dass mich die zündende Idee zur Lösung des Problems findet.

Vielleicht eine schriftliche Einladung mit Hinweis, dass man nur kommen soll, wenn man auch wirklich wolle. Aber wie kommt den so was an? Echt nervig. Rein in die Nasenschleuder und weg damit! Wuuuuuschsch!!!




servas & by niesreiz (original written by niesreiz)
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Montag, 11. April 2011

Welcome to Rhinitzien

In diesem Sinne möchte ich dich zu dem neuen Blog von niesreiz Rhinitis begrüßen.

Rhinitzien ist die neue geistes-philosophische Broadcasting-Heimat von niesreiz Rhinitis. All "Brainsneezings" are uncensored and readable to everyone. Welche konkreten Konsequenzen dies haben wird, bin ich schon gespannt zu entdecken. Alle von mir geschriebenen Texte sind frei von copyright oder sonstigen Lizenzrichtlinien! Wenn du wissen willst warum, schreib mich an oder kommentiere. Viel Freude und neue Erkenntnis beim Lesen. ;-)



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